Pferderassen
Holsteiner
Die Geschichte des Holsteiner Pferdes lässt sich bis in das Jahr 1225 zurückverfolgen: Gerhard I., Graf von Schleswig- Holstein und Stormarn, verlieh dem Kloster Uetersen das Recht, seine Pferde in der Wildbrache der Grafschaft Pinneberg zu weiden. Das Landstallmeisteramt gab es in Holstein bereits unter König Christian I. (1460-1481).
Schon im 16. Jahrhundert, als das kräftige, veredelte Reit- und Wagenpferd gezüchtet wurde, kam dem Export der Pferde ins Ausland eine große Bedeutung zu. So soll König Philipp von Spanien (1527-1598) ausschließlich Holsteiner Hengste für sein Gestüt in Cordoba benutzt haben. Später entdeckte auch Ludwig XIV. die schweren Holsteiner Kavallerieremonten, und der bekannte Reitmeister de la Guérinière nutzte Holsteiner für die Schule über der Erde.
Als die schwere Kavallerie Ende des 19. Jahrhunderts von den Schlachtfeldern verschwand, gab es eine Zäsur im Holsteiner Zuchtgeschehen. Der Personenverkehr in von Pferden gezogenen Luxuswagen nahm zu, und die Pferde mussten, um auf teilweise grundlosen Wegen vorwärts zu kommen, einen „hohen und räumenden” Gang haben. Die in jener Zeit bereits existierenden Pferdezuchtvereine schlossen sich 1891 zum „Verband der Pferdezuchtvereine in den Holsteiner Marschen” zusammen. Dieser Verband fusionierte 1935 mit dem 1896 gegründeten “Verband des Schleswig-Holsteiner Geestlandes” zum “Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes”.
1944 wurde der noch heute genutzte Brand eingeführt. Nach dem 2. Weltkrieg verringerte sich der Pferdebestand im Land zwischen den Meeren, so dass es 1960 nur noch 1.311 Holsteiner Stuten gab. Das bewog den schleswig-holsteinischen Landtag, das 1874 gegründete Landgestüt Traventhal, dessen Hengstbestand auf 61 gesunken war, aufzulösen. Nach der Verbandshengsthaltung aus dem 19. Jahrhundert, die durch die Weltwirtschaftskrise beendet wurde, standen die Züchter erneut vor der Entscheidung, zwischen einer qualitätsorientierten Verbandshengsthaltung oder einem Hengstbestand in einzelnen Privathengsthaltungen. Letztendlich übernahm der Verband fast den gesamten Hengstbestand aus Traventhal und baute sich im Laufe der Jahre in Elmshorn ein Hengstdepot auf. Rund 70 Verbandshengste befinden sich derzeit im aktiven Zuchteinsatz, rund 8.000 Zuchtstuten sind heute in Holstein registriert.
Gestiegen ist in den letzten Jahren der Anteil der Privathengsthaltung. Ca. 50 Privathengste sind in Schleswig-Holstein neben der Verbandshengsthaltung eine starke Säule der Holsteiner Zucht.
Infobox
Kontakt
Verband der Züchter des
Holsteiner Pferdes e. V.
Westerstr. 93-95
25336 Elmshorn
Tel: 04121 - 49790
Fax: 04121 - 497977
www.holsteiner-verband.de










