Trakehner Verband Hengstmarkt

Ehrungen für besonderen Einsatz rund um das Holsteiner Pferd

Die Kör- und Auktionstage in Neumünster waren eine willkommene Gelegenheit, Personen zu ehren, die sich um das Holsteiner Pferd verdient gemacht haben.

Donata von Preußen und Peter G. Rathmann erhielten vom ersten Vorsitzenden des Holsteiner Verbandes, Thieß Beuck (2. v. r.), die Goldene Ehrennadel. Breido Graf zu Rantzau (li.) hielt die Laudatio. Foto: Janne Bugtrup

Die Kör- und Auktionstage in Neumünster waren eine willkommene Gelegenheit, Personen zu ehren, die sich um das Holsteiner Pferd verdient gemacht haben. Ernst Carsten Rolf wurde als Holsteiner Züchter des Jahres ausgezeichnet, goldene Ehrennadeln erhielten Peter G. Rathmann und Donata von Preußen.

Holsteiner Züchter des Jahres 2017: Ernst Carsten Rolfs

Der Dithmarscher Züchter Ernst Carsten Rolfs ist Holsteiner Züchter des Jahres 2017. Und das hat er einem mächtigen, für die Holsteiner Zucht gekörten Schimmelhengst zu verdanken: L.B. Convall v. Colman-Cascavelle, der vor zehn Jahren auf dem Rolfs-Hof in Poppenhusen geboren wurde. Unter Philipp Weishaupt, Bereiter im  Stall von Ludger Beerbaum, trug er mit seiner Doppelrunde im diesjährigen Aachener Nationenpreis maßgeblich zum Sieg des deutschen Teams bei. Wenige Wochen später gewann das Paar den Großen Preis von Calgary, das höchstdotierte Springen der Welt. Im Jahr zuvor hatten Philipp Weishaupt und L.B. Convall, der sich im Besitz des Schweizer Hans Liebherr befindet, bereits im Großen Preis von Aachen, ein Springen, das jeder erfolgreiche Springreiter einmal gewonnen haben muss, triumphiert. Damit gehört der Schimmel, neben Cento, Goldfever, Hello Sanctos und Hickstead, zu den fünf Pferden, die die Großen Preise von Aachen und Calgary gewonnen haben.

Der 81-jährige Ernst Carsten Rolfs, den seine Freunde nur „Caschi“ nennen, war in jungen Jahren selbst ein erfolgreicher Reiter. Mit gerade einmal elf Jahren gehörte er beim Landesturnier in Bad Segeberg der besten Springreitermannschaft an, die mit dem Staatsehrenpreis des Landwirtschaftsministeriums ausgezeichnet wurde. Später folgten zahlreiche Erfolge auf S-Niveau, Höhepunkt seiner reiterlichen Karriere war zweifelsohne 1953 der Sieg im Großen Preis von Köln. Auf Platz zwei: Hans-Günter Winkler, dessen Stern am Turnierhimmel gerade am Aufgehen war.

Der Vater von Ernst Carsten Rolfs, Helmut, war mit Leib und Seele Landwirt und ein Pferdekenner. Er kaufte in der Regel schwierige Pferde, die sein Sohn korrigieren musste. Es standen also immer Pferde auf dem Hof in Poppenhusen. Ernst Carsten Rolfs baute die erfolgreiche Holsteiner Pferdezucht auf. Über 210 Fohlen, darunter auch der Reservesieger der Holsteiner Körung 2000, Barinello v. Barnaul xx, sind dort bislang geboren worden. Im Turniersport haben die in Poppenhusen geborenen Holsteiner mehr als 1,5 Millionen € gewonnen. Weitere Aushängeschilder der Rolfs-Zucht sind Optiebeurs Richard v. Rodgrio, unter Otto Becker in der Saison 1990 das erfolgreichste und gewinnreichste Holsteiner Pferd, oder Campari. Der Caletto II-Sohn gewann unter Carsten-Otto Nagel 1998 den Großen Preis von Hachenburg und war in seiner langen Laufbahn nicht weniger als 300 Mal in den Platzierungslisten zu finden. Zuletzt war Campari das „Lehrpferd“ für Ernst Carsten Rolfs Enkelin Gesche-Cathrin, die mit dem schnellen Dunkelbraunen noch viele erfolgreiche Runden im Parcours gedreht hat. Im vergangenen Jahr hat Gesche-Cathrin Rolfs die Zucht ihres Großvaters übernommen. So schließt sich der Kreis in einer erfolgreichen Holsteiner Zuchtstätte.

Goldene Ehrennadel des Holsteiner Verbandes für Peter G. Rathmann und Donata von Preußen

Für sein großes Engagement in Pferdesport und -zucht, nicht nur im Land zwischen den Meeren, wurde Peter G. Rathmann, Kiel, vom Vorsitzenden des Holsteiner Verbandes, Thies Beuck, mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Ehrenvorsitzende und FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau. Dem langjährigen Chef des Rathmann-Verlages ist es gelungen, aus dem „Holsteiner Blättchen“, das er 1987 übernommen hatte, das Magazin Pferd+Sport zu schaffen, das bundesweit Wertschätzung und Anerkennung findet. In den 1980er Jahren initiierte er die Raisdorfer Turniertage, die binnen kurzer Zeit Turniersportgrößen als Teilnehmer aus ganz Deutschland und Europa anzogen. 1990 fand das erste Turnier in der Kieler Ostseehalle statt, das von da an zur „Marke“ Baltic Horse Show wurde. Weltklassereiter wie Rodrigo Pessoa, Markus Fuchs oder Ludger Beerbaum gingen damals an den Start. Um die Finanzierung der BHS langfristig zu sichern, gründete Peter G. Rathmann 2004 den Partner- und Wirtschaftskreis Holsteiner Masters. Die Holsteiner Masters unterstützten nicht nur das Turnier in Kiel, das 2016 zum letzten Mal stattfand, sie haben sich auch der reitsportlichen Jugendarbeit und Talentförderung, der regionalen Turniersportförderung sowie der Unterstützung der Holsteiner Züchter und des Ehrenamtes im Reitsport auf die Fahnen geschrieben. Der von Peter G. Rathmann bzw. den Holsteiner Masters initiierte Meteor-Preis zählt heute zu den anerkanntesten Auszeichnungen in der hippologischen Szene. Mit diesen vielen Aktivitäten zum Wohle der Holsteiner Pferdezucht und des Turniersports hat Peter G. Rathmann Maßstäbe gesetzt.

Ebenfalls mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurde Donata von Preußen. Als Redakteurin verlieh sie dem Magazin 25 Jahre lang ihr Gesicht und machte es zu dem, was es heute ist. Breido Graf zu Rantzau nannte es in seiner Laudatio das beste deutsche Verbandsmagazin. Nun geht eine ausgezeichnete Journalistin in den Teilruhestand. Zum Glück bleibt sie „ihrem“ Magazin als freie Redakteurin erhalten. Und damit auch dem Holsteiner Pferd. Auf die Frage, was sie mit ihrer Freizeit nun anfangen werde, verriet sie, dass sie erst einmal auch andere Körplätze bereisen werde. Und mit Sicherheit wird sie auch weiterhin kaum ein internationales Vielseitigkeitsturnier verpassen. Das wäre ja auch unvorstellbar für jemanden, der in Luhmühlen lebt.

Erfolgreichster Züchter Holsteiner Vielseitigkeitspferde 2017 ist Hans Thomsen

Das dürfen nur ganz wenige Züchter erleben: Die Nominierung von zwei selbst gezogenen Pferden für ein internationales Championat. Genau das durchlebte in dieser Saison Hans Thomsen aus Hörup, dessen Stuten Wieloch’s Utah Sun v. Limbus-Cor de la Bryère und Waikiki v. Quinar-Cassini I mit Louise Svensson-Jähde für das schwedische Team für die Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Strzegom nominiert wurden. Am Ende entschieden sich die schwedische Teamleitung und Louise Svensson-Jähde, die Fuchsstute Wieloch’s Utah Sun an den Start zu bringen. Und sie lieferten eine Top-Leistung: Rang elf in der Einzelwertung und Bronze mit der schwedischen Mannschaft. Heute gehören Hans Thomsen noch jeweils 50 % an den Stuten, und er lässt es sich nicht nehmen, sie auf die Turniere zu begleiten. Zu den ganz großen Veranstaltungen wird er von seiner Frau Rita begleitet, die die Pferdepassion ihres Mannes teilt. So konnten sie sich in Strzegom gemeinsam über die Bronzemedaille der in Hörup geborenen Stute erfreuen.

Pressemitteilung

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