Trakehner Verband Hengstmarkt

Sandro Junior ist der Holsteiner Siegerhengst 2017

Sandro Junior wurde bei der Holsteiner Körung in Neumünster zum Siegerhengst gekürt. Bei der Auktion erzielte er den Spitzenpreis von 260.000 €.

Sandro Junior aus der Zucht von Carmen Eissfeldt und dem Besitz von Harm Thormälen ist der Holsteiner Siegerhengst 2017. Foto: Janne Bugtrup

Der Holsteiner Siegerhengst 2017 heißt Sandro Junior und kommt aus dem Körbezirk Pinneberg. Der Sandro Boy-Singulord Joter-Acodetto-Sohn (Stamm 104A) erblickte bei Carmen Eissfeldt, Sparrieshoop, das Licht der Welt und wurde von Harm Thormählen, Kollmar, ausgestellt. Der dunkelbraune Publikumsliebling bestach nicht nur mit seinem Typ, sondern auch mit seinen Bewegungsqualitäten und beeindruckendem Freispringen. Sandro Junior, dessen Halbbruder Crister v. Connor im vergangenen Jahr erster Reservesieger in Neumünster war, erzielte auch bei der anschließenden Auktion den Spitzenpreis. Für 260.000 € wurde er einem Gestüt in Niedersachsen zugeschlagen. Zum Reservesieger erkor die Körkommission bestehend aus Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen (Kiel), Jens Hauschildt (Seester), Michael Gonell (Eckernförde), Wulf-Hinrich Hamann (Ammersbek) und Christian Thoroe (Haselund) Uno I v. Uriko-Colman-Contender aus der Zucht und dem Besitz von Timm Peters, Bargenstedt, der mit dem aus einem Embryotransfer stammenden Uno II und Diago v. Dinken-Casall-Contender (Stamm 4025) noch zwei weitere gekörte Hengste stellen konnte. Auch Uno I, der dem Casall-Stamm angehört, bleibt der deutschen Zucht erhalten. Er wurde für 96.000 € an das Haupt- und Landgestüt Marbach verkauft. Ein „außergewöhnliches Springpferd“, wie nicht nur der Berichterstatter Dr. Matthias Görbert (Moritzburg) feststellte, wurde zum zweiten Reservesieger ausgerufen: Cardin v. Casall-Cassini I-Con Air (Stamm 95) aus der Zucht von Reimer Hennings, Bendorf, und dem Besitz der Hennings & Hennings GmbH, Bendorf, und Dieter Mehrens, Struvenhütten. Der Braune wurde von Auktionator Dr. Günther Friemel, der den krankheitsbedingt abwesenden Uwe Heckmann mehr als würdig vertrat, für 220.000 € zugeschlagen. Er wird auf der Station von René Tebbel in Emsbüren aufgestellt.

Insgesamt hatten sich 62 Holsteiner Hengste der Körkommission präsentiert, von denen 26 ein positives Körurteil und sieben eine Prämie erhielten. Die 18 zum Verkauf stehenden Hengste erzielten bei der Auktion einen Durchschnittspreis von 76.722 €. „Schon im Vorfeld der Körung konnten wir die besonders gute Springqualität dieses Jahrgangs erkennen“, kommentierte Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen nach der Körung. Vor allem der Caretino-Sohn Casall, der nach seiner langen erfolgreichen Karriere unter Rolf-Göran Bengtsson in diesem Jahr vom Sport verabschiedet wurde, und dessen Söhne Cascadello I und Casaltino wussten mit ihren Nachkommen zu begeistern.

Zum teuersten nicht gekörten Hengst avancierte der Quick Star SF-Caretino-Corrado I-Sohn Quimber (Stamm 703) aus der Zucht von Hark Martensen, Föhr, und dem Besitz der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH, Elmshorn, der für 50.000 € nach Italien verkauft wurde. Hier kosteten die Hengste im Schnitt 19.454 €.

Bereits im Vorfeld der Elite-Reitpferdeauktion war sie als Favoritin auf die Preisspitze gehandelt worden: Catharina v. Casall-Montender-Quinar (Stamm 104 A) aus der Zucht und dem Besitz von Professor Dr. Hartwig Schmidt in Borsfleth. Die typvolle, moderne Dreijährige – ein Juwel für Zucht und Sport – aus der nahen Verwandtschaft von Carsten-Otto Nagels Erfolgspferd Corradina, wurde für 150.000 € an ein Gestüt in Niedersachsen zugeschlagen, das sich wenig später auch den diesjährigen Holsteiner Siegerhengst sichern konnte. Glatte 100.000 € kostete der bereits im Turniersport hoch erfolgreiche Nerrado Junior v. Nerrado-Con Air-Capitol I (Stamm 8810) aus der Zucht der Zuchtgemeinschaft Friedrich/Meier, Quickborn, und dem Besitz der European Youngster e. K, Münster. Er wird, wie sechs weitere Elite-Reitpferde, seinen Hafer künftig in Italien fressen. Alessandro Mingoli, langjähriger Partner des Holsteiner Verbandes, hatte seine italienischen Landsleute gut beraten. Schweizer Kunden waren bei dem vierjährigen Diarado-Lovari-Calato-Sohn Diadoro (Stamm 628B) erfolgreich, den sie für 90.000 € ersteigerten. In Deutschland verbleiben wird Carla Clever v. Clinton I-Cassini I-Lucky Light (Stamm 4303) aus der Zucht und dem Besitz von Claus-Heinrich Petersen, Ahrenviöl, die glatte 80.000 € kostete. Die 35 Reitpferde kosteten im Schnitt 41.885 €.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, kommentierte Ronald Schultz, Geschäftsführer der Holsteiner Verband Vermarktungs und Auktions GmbH, „zumal wir etliche Neukunden, die dann auch erfolgreich beim Einkauf waren, akquirieren konnten“. Diese Neukunden kamen unter anderem auch aus Mexiko und Dubai. Überhaupt war das ausländische Interesse an den Elite-Reitpferden sehr groß: Vier Reitpferde werden die Reise nach England antreten und dort voraussichtlich eine Karriere im Vielseitigkeitssport in Angriff nehmen. Zwei Pferde wurden jeweils nach Frankreich, in die Schweiz, in die Slowakei und in die USA verkauft, ein weiteres Pferd geht nach Polen. „Unser Auktionator Dr. Günther Friemel hat einen hervorragenden Job gemacht“, sagte Schultz, „er hat sich für jedes Pferd eingesetzt und um jedes Gebot gerungen“.

Pressemitteilung

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