Pferderassen
Welsh Pony
Die Welsh-Zucht ist die älteste geschichtlich belegte Ponyzucht der britischen Inseln. Sie zählt weltweit zu den beliebtesten und bekanntesten Ponyschlägen. Unter dem Sammelbegriff „Welsh“ werden vier Typen plus Partbreds zusammengefasst. Sie stammen alle ab von Ponys aus dem walisischen Hügelland, die dort bis zum letzten Jahrhundert noch zahlreich wild oder halbwild lebten. Die Entwicklung der Rasse begann vor gut 2000 Jahren, als sich heimische Moor- und Bergponys mit orientalisierten Keltenponys und eiszeitlichen Nordponys vermischten. Auch iberische und arabische Einflüsse – Araber, Berber, Turkmenen – beeinflussten die walisische Rasse, vor allem im Hochmittelalter. Dokumentiert ist der Einfluss eines kleinen Vollblüters namens „Merlin“, der Anfang des 18. Jahrhunderts in den Ruabon Bergen freigelassen wurde. Auch Hackneys wurden in der Zucht verwendet. Der Typ der Bergponys wurde so immer weiter verfeinert und von Bauern und Schafhirten als Reit- und Zugpferd eingesetzt. Ein Begründer der modernen Welsh-Pony-Zucht war der Schimmelhengst „Dyoll Starlight“ (geboren 1894), der aufgrund seiner (Vererbungs-)Erfolge zu Lebzeiten eine Legende wurde und in vielen Pedigrees auftaucht. Ähnliches gilt für „Coed Coch Glyndwr“ und seinen Sohn „Medog“.
1901 wurde die heute größte Züchtervereinigung Großbritanniens, die „Welsh Pony and Cob Society“ gegründet, die ein Jahr später den ersten Band ihres Stutbuches mit den vier Sektionen A, B, C und D herausgab. Die Sektionen B, C und D gehen auf das ursprüngliche Welsh Mountain Pony (Sektion A zurück). Die Zuordnung gilt seit 1948 international. 1950 wurde das Welsh Partbred Register (PB) eingeführt, 1960 das Stutbuch geschlossen.
Welsh Mountain Pony (Sektion A)
Lebhaftes und gutmütiges Kinderpony mit unverkennbar orientalischem Einfluss. Es ist Basis für die unterschiedlichen Typen des Rasseschlages. Früher als Grubenpony eingesetzt, heute schickes Kinderreit- und Fahrpony. Der Hengst „Dyoll Starlight“ begründete die Rasse und vererbte seine Schimmelfarbe.
Welsh Pony (Sektion B)
Das qualitätsvolle Turnier- und Jagdpferd für Kinder ist ausdauernd, hart und zuverlässig. Es hat viel Antritt, Takt und Schub. Seit 1931 wird es im Zuchtbuch als „Riding Pony“ geführt. Es entwickelte sich durch Einkreuzung von Arabern, Berbern und englischem Vollblut, wirkt wie ein kleines Pferd, hat aber ausgeprägte Welsh-Pony-Eigenschaften. Wichtige Linienbegründer sind „Merlin“, „Tanybwich Berwyn“ und „Criban Victor“.
Welsh Pony of Cob Type (Sektion C)
Vielseitiges Pony mit Welsh-Ausdruck, das als Reit-, Spring-, Jagd-, Trekking- und Fahrpony für Kinder und Erwachsene eingesetzt wird. Es ist entstanden aus der Kreuzung zwischen Welsh A (oder B) mit einem Welsh Cob.
Welsh Cob (Sektion D)
Das Familienpferd zum Reiten und Fahren war im Mittelalter als „Welsh Cart Horse“ und „Powys Horse“ bekannt. Der Gewichtsträger wurde als Schlachtross, Kutsch- und Farmpferd verwendet und glänzt heute als echter Allrounder.
Welsh Partbred (Sektion PB)
Welsh Partbreds sind Kreuzungsprodukte aus Welsh Ponys mit anderen Rassen – vor allem mit arabischem und englischem Vollblut. Das moderne Reitpony ist ausgeglichen, leistungsbereit und eignet sich mit seinen raumgreifenden Bewegungen für den Reit- und Fahrsport. In Deutschland werden Welsh Partbreds von den Zuchtverbänden als Deutsches Reitpony registriert.
Infobox
Kontakt:
Pferdestammbuch
Schleswig-Holstein / Hamburg e.V.
Steenbeker Weg 151
24106 Kiel
Tel: 0431-331776
Fax: 0431-336142
www.pferdestammbuch-sh.de










